Trauredner-Tipp: Feuerrituale heizen Eurem Ja-Wort ein!

Von den "sprühenden Funken" über das "Feuer der Liebe" bis zu "glühender Leidenschaft" - nicht nur unser Liebesvokabular ist voll mit Pyrotechnik, sondern immer öfter auch die Hochzeiten und Trauungszeremonien. Damit Ihr zwischen Kerzenschein und Fackeln-im-Sturm nicht den Überblick verliert, habe ich Euch einen zusammengefasst. Also stellt Euren Wassereimer parat und versengt nicht die Augen beim Lesevergnügen!

von Kira Nothelfer

Wenn es zum Thema Traurituale kommt, höre ich mir in 99% der Fälle erstmal ganz genau an, was mein Paar verbindet und mache danach Vorschläge für persönliche Symbolhandlungen, die auf ihrer Geschichte oder ihren besonderen Eigenheiten aufbauen. Bis mein Hirn den perfekten Gedanken ausspuckt, gebe ich ein paar Beispiele und Anregungen von mir - ein best-of dessen, was ich bisher so gemacht habe und wie das alles aussehen könnte. Und dann kommt er.  Dieser Moment. 

Wenn der Bräutigam (ja, meistens der Bräutigam...) hochschreckt, seine Miene zu einem aufgeregten Grinsen verzieht und ich weiß, dass ein bestimmtes Detail seine Aufmerksamkeit gefesselt hat: "DAS ist gut! Können wir auch was mit Feuer machen?!" 

 

Ab hier nimmt die Geschichte zwei mögliche Verläufe: 

a) Begeisterte Braut springt vom Stuhl und schreit "Jaa jaa jaa, lass brennen, voll geil, voll geil!!" 

b) Völlig entsetzte Braut, die sich ein loderndes Inferno vorstellt, diverse Krankenhausszenarien visualisiert und sich innerlich von ihren Augenbrauen verabschiedet, fragt den Zukünftigen, ob er sie wohl noch alle hätte.

 

Beide Reaktionen sind gleichermaßen abwegig wie zutreffend. Schrödingers kokelnde Katze sozusagen.  Die hier vorgestellten Ideen sollen nicht dazu animieren, bei Eurer Traulocation einen Großbrand zu legen. Sie sind zwar spannend und einige auch sehr eindrucksvoll, aber gleichzeitig immer noch gefährlich genug, um sie ausschließlich unter vorsichtiger, fachgerechter Ausführung und ausreichend Sicherheitsmaßnahmen durchzuspielen! 

Davon abgesehen finde ich es wie erwähnt sehr wichtig, nicht bloß ein Trauritual 'von der Stange' zu nehmen, sondern es in einen übergeordneten Zusammenhang zu stellen, mit dem Leben und der Geschichte des Brautpaare zu verknüpfen und inhaltlich sinnvoll auf Euch und Eure Verbindung anzupassen. Diese Auflistung kann sich also maximal als Hintergrundinformation verstehen. 

 

Feuer hat eine hohe Symbolkraft und eine unvergleichliche Faszination.  

 

Während meiner Zeit an der Volksbühne Berlin hatte ich das Glück, an einem Grundlehrgang für Bühnenpyrotechnik teilzunehmen und nach wie vor habe ich einen Heidenrespekt vor der Größe und Schnelligkeit dieser Urgewalt. Daher möchte ich mein draufgängerisches Selbst an dieser Stelle zügeln und Euch erstmal mit den Sicherheitsvorkehrungen vertraut machen, bevor ich mit den heißen Ritualen loslege: 

Aus dem Inhalt: 


W a r n h i n w e i s e:

Klärt mit der Location, was erlaubt ist!
Bereitet eine Alternative vor, denn: bei großer Trockenheit sind Feuerrituale im Freien viel zu gefährlich!
Wenn Ihr mit Feuer hantiert, solltet Ihr die Abläufe und Handgriffe vorher üben! 
Überlasst offene Feuer und Pyrotechnik auf jeden Fall den Profis!
TREFFT GEEIGNETE MAßNAHMEN ZUM BRANDSCHUTZ! 
Gebt Acht, dass Eure Gäste weit genug vom Gefahrenbereich entfernt sind!

 

Und liebe Kinder: AUF KEINEN FALL ZUHAUSE AUSPROBIEREN!

1. Hochzeitskerze

Wenn ein Feuerritual das Prädikat "Klassiker" verdient hat, dann sie. Entlehnt aus der christlichen Liturgie wird die Hochzeitskerze auch bei weltlichen Trauungen immer wieder gerne genommen. Entweder als Reminiszenz an Euren Glauben oder die Bräuche, mit denen Ihr aufgewachsen seid. Vielleicht auch als kleines freundliches "Zugeständnis" an Oma und Opa, die sich so sehr eine kirchliche Trauung für Euch gewünscht hätten. Oder einfach nur, weil Ihr die Symbolik schön findet, die dahintersteht: 

Durch das Licht und die Wärme, die eine brennende Kerze ausstrahlt, wurde sie schon vor tausenden von Jahren zum Symbol der Liebe und Hoffnung. Im Mittelalter wurde sie vermehrt auf Hochzeiten eingesetzt, da sie die Gebete des Brautpaares dem Himmel näherbringen und durch ihren hellen Schein die bösen Geister fernhalten sollte. 

Im Internet und auch "offline" findet Ihr viele Anbieter, die wunderschöne, ausgefalle Hochzeitskerzen verkaufen. Bei der bayerischen Firma Printkiss könnt Ihr  Eure Kerze individuell stylen und sogar ein Foto von Euch auf die Kerze drucken lassen. Ja, is' kitschig. Aber auch schon wieder cool. ;)

Brautpaar stempelt ein Siegel auf die Urkunde einer Freien Trauung

2. Siegelwachs

So simpel wie beliebt ist das Siegeln Eurer Trauungs-Urkunde mit heißem, flüssigen Wachs. Inzwischen gibt es den Siegellack in unzählbaren Farben und auch Eure Urkundenstempel könnt Ihr personalisiert anfertigen lassen und sie z.B. ebenfalls auf Eurer Papeterie verwenden. 

Was den Teil mit dem Feuer betrifft, ist das eher etwas für Vorsichtige. Für Wachs in Perlenform gibt es kleine Löffel mit Stövchen, bei denen ein Teelicht als Hitzequelle ausreicht. 

Etwas aufregender ist es, eine Siegellackstange am Stück zu entzünden und mit der heißen Flamme zu hantieren, während Ihr (oder Euer Redner) das Wachs zielgenau auf die gewünschte Stelle tropfen lasst. So banal es klingen mag, erfordert selbst das ein wenig Übung: Erstens macht auf freien Flächen gerne mal der Wind Ärger, zweitens müsst Ihr geschickt agieren, damit der Lack nicht anbrennt oder mit schwarzem Ruß beschlägt. Aber alles in Allem: ganz einfach!

3. Feuerkelch

Das kennt wahrscheinlich jeder schon vom Lieblingsitaliener: brennende Getränke. Ganz klassisch wird der Sambuca, ein hochprozentiger Anisschnaps, mit einer Kaffeebohne serviert und vor dem Verzehr im Glas entzündet. (Das Besprühen mit einem Zerstäuber, wie oben auf dem Foto, ist nur etwas für Fortgeschrittene!) Aber auch andere Alkoholsorten eignen sich zum Feuerkelch: Für meine Winterhochzeiten wähle ich gerne eine Mini-Variante der klassischen Feuerzangenbowle: Auf ein Glas Wein wird eine Orangenscheibe gelegt, mit Zimt bestreut und ein in Rum getränkter Zuckerwürfel oben drauf garniert. Diesen zündet man an und wartet, bis er karamellisiert. Jetzt wird ein Schluck Wein getrunken und direkt danach die Orangenscheibe vernascht. Dass ein gemeinsames Schlückchen nicht nur Brüderschaftler sondern auch Brautpaare auf besondere Weise verbindet, ist wohl klar. 

 

Aber egal nach welchem Rezept, trinkt bitte niemals brennende Flüssigkeit! Die Flamme muss erst erstickt werden und selbst dann ist besondere Vorsicht geboten, denn Ihr könnt Euch am heißen Glasrand ganz schlimm die Lippen verbrennen! 

4. Feuerschale

Die Feuerschale hat sich inzwischen als symbolische Handlung für freie Trauungen eine Fangemeinde aufgebaut.  Bei dieser postmodernen Naturritual-Adaption darf das Brautpaar ein Feuer in einer großen Schale entzünden (wärt Ihr jetzt nicht drauf gekommen, oder?) und dann kleine Zettel mit guten Wünschen der Freunde und Familien darin verbrennen.

Für den Duft und die Schönheit kann man noch allerlei Kräuterzauber und Chemiebaukastengeheimnisse hinzufügen, die die Atmosphäre aromatisieren und die Flammen in Eurer Lieblingsfarbe aufleuchten lassen. Kleiner Trick, große Wirkung!

 

Aber wieso verbrennen und nicht sammeln? Weil der (Aber-)glaube sagt, dass die Wünsche wahr werden, wenn sie durch den Rauch zum Himmel hinaufsteigen. Es wäre also ratsam, zur Sicherheit erstmal vorzulesen, was Euch die Gäste da zusammengekritzelt haben. Sonst landet Ihr am Ende mit zwei Rindern auf einem einsamen Pinsel. 

5. Flying Wish Paper

Sie sind schon fast ein Trauungs-Influencer: die kleinen bunten Papierchen, die Eure Wünsche in den Himmel entschweben lassen. 

Ein Flying-Wish Paper hat die gleiche Symbolik, wie die Feuerschale und funktioniert im Grunde wie eine Teebeutel-Rakete, falls das jemand noch aus dem Physiklabor der 7. Klasse kennt: Ihr schreibt einen Wunsch auf das Papierstückchen, rollt es zusammen, stellt es aufrecht auf einen Teller und zündet den oberen Rand der Papierrolle an. Während sie abbrennt, erwärmt sich die Luft in der Rolle, steigt nach oben und trägt das entflammte Papier in die Lüfte. 

 

Auch wenn das Papier laut Hersteller für Innenräume geeignet ist, würde ich es aus eigener Erfahrung nicht empfehlen. Das brennende Papier schwebt bis ca 1,50 m nach oben, allerdings nicht immer auf geradem Weg...

 

Brautpaar mit Wunderkerze beim Ritual Trauritual Freie Trauung mit Traurednerin

6. Wunderkerzen/ Zimmerfontänen

Haaaach, endlich kommt in dieser Liste Partystimmung auf: Was schreit mehr hipphipp, L'Chaim und Schaaalalalala, als ein paar gegen den Takt geschwenkte Wunderkerzen? Richtig! Gar nichts! 

Bisher kennt man sie auf Hochzeiten vor allem durch ihre tragende Beleuchterrolle beim ersten Tanz des Brautpaares. Aber schon vorher können wir sie geschickt auf Eurer Trauung einsetzen!  Ich denke da an eine Riesenwunderkerze, die bei Eurem Ja-Wort knisternde Stimmung verbreitet, ein funkelndes Spalier zum Auszug, zwei berstende kleine Leuchtschwerter, die Euren Bund besiegeln, den blitzenden Magic-Twist für Euren Ringtausch---! Zack, da fällt mir so viel ein, ich brauch jetzt erstmal eine Eisbombe, Herr Kapitän! 

 

ABER: Vorsicht vor den Fünkchen! Auch kleine Feuerspritzer können zu einem großen Brand führen. Häufiger sind aber kleine Senglöcher in der Kleidung, die man vielleicht auch nicht haben will. Also falls Ihr das richtig teure Brautkleid in Ehren halten wollt, geht lieber auf Abstand. 

7. Feuerkreis

Dieses Ritual hat viele Namen - Traukreis, Hexenkreis, Zauberkreis, Einheitskreis, Blumenkreis... - und muss dabei noch nicht mal ein Kreis sein: ich habe schon Herzformen, Pentagramme, Länder-Umrisse und Dreiecke gesehen. Es geht darum, dass das Brautpaar sich für ihr Versprechen in einen besonders gekennzeichneten Bereich begibt. Meist wird dieser am Boden markiert - durch Blumen, Steine, Kreide, Sand, Blüten, Konfetti - oder eben Feuer. 

Mit dem Eintritt in den Kreis zeigt das Brautpaar, dass sie von nun an als Einheit durchs Leben gehen und ihre Verbindung ein besonders geschützter Raum ist, in den niemand eindringen darf. 

 

Soll es ein Kreis aus Feuer sein, werden zum Beispiel gerne Teelichter dafür genommen, aber Feuerschalen eignen sich genauso. Da man aus einem einzelnen Feuer keinen Kreis bilden kann, müsst Ihr vorher festlegen, von wem und an welcher Stelle der Zeremonie der Kreis entzündet werden soll. Das kann durchaus knifflig werden und je nach Materialien und Wetterlage eine Weile dauern. Und nur für den Fall, dass Ihr die Bruce-Willis-Nummer mit der Benzinspur und der Kippe abziehen wollt: I'm all in! 😆

Brautpaar im Feuerkreis mit Traurednerin

8. Weihrauch

Das Verbrennen von Weihrauch hat zu großen Festen oder hohen Riten eine lange Tradition. Nicht nur im christlichen, sondern auch im hinduistischen Glauben, der nordischen Mythologie und vielen indigenen Völkern steht der Weihrauch für die Reinigung von schlechten Einflüssen oder die "positive Stimulierung" des Ortes. Klingt ja schon mal ganz gut als Ansatz für einen Hochzeitsritus. 

 

Aber auch hier ist natürlich Vorsicht geboten, denn die Weihrauchgefäße bzw -Schwenker werden wirklich fürchterlich heiß! Allein die Räucherkohle glüht bei bis zu 800°C, selbst die Asche hat noch bis zu 400°C. Wie Ihr Euch vielleicht vorstellen könnt, ist es überhaupt keine gute Idee, kaltes Wasser draufzukippen. Am besten lässt man die Reste in einer Sandschale in Ruhe auskühlen. 

Brautpaar mit Rauchbomben bei einem Ritual mit Traurednerin während einer freien Trauung

9. Rauchbomben / Bengalos

Wer kennt sie nicht, die Bilder von den Styled-Shootings der Hochglanzmagazine, in denen trendige Boho-Bräute fröhlich durch bunte Wolken hüpfen? 

Lasst mich Euch eine Illusion rauben: Das ist nur für Shootings cool. Auf Bildern sieht das wirklich wahnsinnig eindrucksvoll aus, aber in der Realität haben die Dinger ein paar entscheidende Schönheitsfehler. Erstens sind sie wegen der Brandgefahr fast überall verboten. Zweitens muss der Wind schon wirklich perfekt stehen, sonst bekommt Ihr den Rauch volle Lotte ins Gesicht und das wollt Ihr bestimmt nicht, denn drittens stinken die Rauchbomben wie Hölle. Und viertens: Bei einigen Fabrikaten lagern sich die Farbpartikel überall ab. Auf der Kleidung, im Haar, auf der Haut, bis in die Ohren. Danach ist auf jeden Fall Duschen angesagt. 

Falls Ihr nicht Eure gesamte Hochzeitsgesellschaft einfärben wollt, könnt Ihr die bunten Fackeln zum Beispiel bei Eurem Verlobungs-Shooting, für die Einladungskarten oder zum "Trash the Dress" verwenden. 

10. Flammende Herzen / Pyrobilder

Nein, gemeint ist nicht das Spritzgebäck - hier wären wir dann schon bei professionellen Pyroarbeiten angelangt, denn trotz aller ermutigenden YouTube-Videos solltet Ihr so ein Projekt auf keinen Fall selbst machen, wenn Ihr in diesem Bereich keine Erfahrung habt. 

 

Die Pyrobilder, wie z.B. zwei verschlungene Herzen, haben sich schon seit einiger Zeit als Mitternachtsunterhaltung etabliert. Aber auch für Eure Trauung kann man sie sehr schön einsetzen. Ihr könntet nach geleistetem Schwur damit Euren neuen Nachnamen enthüllen, Euer Familiensymbol "branden" (ha! Wortspiel!) oder sogar ein Portrait von Euch beiden entfachen. 

Die mobilen Brenneisen könnten einen Weg markieren, eine Richtung weisen, symbolisch vereint oder zu einem Familienbild zusammengesteckt werden. Man kann sie unter (ausgewählten und eingewiesenen!) Gästen weiterreichen oder herumgehen lassen, damit einen Kreis für Eure Versprechen formen und Marshmallows schmelzen. Die Möglichkeiten sind auch hier fast endlos und erlaubt ist, was gefällt. 

 

11. Himmelslaternen

...sind in Deutschland aus sehr gutem Grund verboten. 

Ich weiß, dass sie in einigen Hochzeits-Onlineshops noch immer erhältlich sind, aber ich möchte Euch DRINGEND davon abraten, sie auszuprobieren.  In der Neujahrsnacht 2020 haben solche Laternen einen schlimmen Brand im Krefelder Zoo verursacht. Einen nicht steuerbaren, brennenden Flugkörper auf die Reise ins Ungewisse zu schicken, ist so ziemlich das Dümmste, was man machen kann.

 

 

Wenn Du gerne zündelst, scroll weiter. Gleich kommen die Mutproben :)

12. Wasserlaternen / Brennende WunschBoote

Ein "Brennendes Wunsch-Boot" ist ungefähr sowas wie die GoT-Feuerbestattung im Miniformat und kann als Alternative zu den Flying-Wish Papers in Wassernähe verwendet werden. Entweder, Ihr (und Eure Lieben) schreibt Eure Wünsche auf ein kleines Papier, faltet es zu einem Boot, schmückt es je nach Gusto noch mit einer Blume aus dem Brautstrauß und lasst es brennend aufs Wasser hinausfahren. Oder, Version 2: Ihr beschriftet Wasserlaternen, die mit einem Teelicht befüllt werden. Diese verbrennen natürlich nicht, sondern leuchten beim Schwimmen dekorativ vor sich hin.

Das klingt jetzt total toll und sieht auch wunderschön aus, kommt aber leider mit einigen Haken daher. 

Die hübschen Wasserlaternen, meistens aus Pergamentpapier und gerne mit Goldrand, inklusive der Teelichter, sind leider nicht kompostierbar, sondern eine ziemliche Umweltverschmutzung, vor allem in großen Stückzahlen. Sie sollten also nur dort verwendet werden, wo Ihr sie wieder herausfischen könnt - im eigenen Gartenteich oder Swimmingpool zum Beispiel. 

Was das Zuwasserlassen der Wunschboote betrifft, solltet Ihr Euch unbedingt vorher erkundigen, ob mit auf- oder ablandigem Wind zu rechnen ist, damit die Boote auch wirklich aufs Wasser hinaus fahren und nicht am Strand kleben bleiben. Falls Ihr Eure Boote nicht an einem superflachen Sandstrand abschicken möchtet, sondern von einem Steg oder Steinufer, rate ich immer dazu, vorher auszuprobieren, ob Eure Arme auch wirklich  lang genug sind... :) 

13. Feuerwerk / Feuerkunst

Ich fühle einen Shitstorm in drei... zwei... eins...

Ja, ich bin Tierfreund. Und ja, die willenlose Knallerei zum Jahreswechsel (zumindest hier in der Großstadt) geht mir auch mächtig auf den Kranz. Professionelles Feuerwerk muss jedoch weder laut sein, noch die Umwelt verschmutzen. Die vielen Möglichkeiten zu beschreiben, wie und in welcher Form Ihr Profi-Pyrotechnik auf Eurer Hochzeit und Trauung als wunderschönen Akzent einsetzen könnt, würde hier leider den Rahmen sprengen. Aber wenn Euch Feuerwerk begeistert, empfehle ich Euch gerne ein paar sehr gute Agenturen, die u.a. auch mit biologisch abbaubaren Materialien arbeiten oder z.B. im Indoor-Bereich atemberaubende Szenen abfackeln. Da erschrecken sich die Rehe erst beim Wolle-Petri-Musikwunsch, versprochen! 

14. Feuerlauf / Feuertanz

Der Feuerlauf, also barfuß über glühende Kohlen zu gehen, hat in vielen Kulturen einen spirituellen Hintergrund. Der Lauf soll reinigen, das Selbstbewusstsein stärken, die innere Kraft verleihen, um zukünftige Hindernisse zu überwinden. Oft ist der Feuerlauf an ein Bekenntnis geknüpft - etwas, wofür es sich für den Einzelnen lohnt, ganz real "durchs Feuer zu gehen". Insofern natürlich eine fantastische Symbolik für eine Hochzeit

In der Regel schreiten die Teilnehmer eines Feuerlaufes über einen etwa 5-8m langen "Teppich" aus glühenden Holzkohlestücken. Da die Fußsohlen kaum länger als 1,9 Sekunden Kontakt zu den 400°C heißen Kohlen haben, kommt es kaum zu Verbrennungen. Aber das geht natürlich nicht einfach mal aus der Lameng! Inzwischen existiert ein ganzer Branchenzweig mentaler Trainer, die interessierte Feuerläufer in Tagesseminaren auf ihren großen Moment vorbereiten. Da bei einer mehrere Quadratmeter großen Glutfläche auch der Boden leidet, könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen, dass nicht jede Location begeistert sein wird.

 

Wenn Ihr Euch für einen symbolischen Feuerlauf während Eurer Trauung interessiert, solltet Ihr das auf gar keinen Fall auf eigene Faust durchführen! Viele Spezialisten bieten Feuerläufe für Events wie z.B. Managerseminare an. Sie werden Euch helfen, Euch auf Euren Lauf aktiv vorzubereiten,  am Tag der Hochzeit alles fachgerecht aufbauen und für die maximale Sicherheit vor Ort sorgen.

15. Durchs Feuer springen

...rangiert etwa in der gleichen Abenteuerkategorie wie der Feuerlauf, ist aber zumindest ein klitzekleines Bißchen ungefährlicher. 

Zunächst mal die Frage: Warum sollte man das überhaupt machen? 

Feuerspringen ist ja traditionell eher so ein Hobbyhexen-Breitensport. Mal als Oster-, mal als Walpurgisbrauch, dann wieder anlässlich der Sommersonnenwende - als Importschlager der Naturreligionen ist der Sprung durchs Feuer sowohl in Süddeutschlands urigsten Ecken als auch unter nordischen Raukefreunden beliebt und bekannt. 

Was ihn zum Trauritual qualifiziert ist seine keltische Abstammung: An Beltane, dem irischen Sommeranfang (1. Mai!) feierte man traditionell die Vereinigung von weiblicher und männlicher Kraft, von Erde und Sonne, von Göttin und Gott - mit dem Ziel, nach dem langen Winter neue Fruchtbarkeit heraufzubeschwören. Als Zeichen ihrer Verbundenheit sprangen Paare gemeinsam durch das Beltanefeuer, das die Grenzen zwischen der diesseitigen und der keltischen Götterwelt aufheben und so zu einem Erfüllungsgehilfen für Prophezeihungen und Schicksale werden sollte. 

Natürlich hatten sie dabei kein Modellkleid für 3000 Euro an. Aber niemand hat etwas vom flammenden Inferno gesagt, man kann den Feuersprung ja auch symbolisch durchführen. Hey, der Gedanke zählt! 

Weitere Pyrotechnik

Nein, diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig. Mit dem nötigen Fachwissen lassen sich noch ein paar andere hübsche "Tricks" bewerkstelligen -  wie eingangs erwähnt, hatte ich schon meinen Spaß mit Bühnenpyro ;) Ich möchte aber niemanden in Gefahr bringen, weshalb ich an dieser Stelle meine Liste lieber schließe. 

Ich hoffe, ich konnte Euch ein paar Anregungen geben oder wenigstens einen Überblick darüber verschaffen, was Ihr NICHT wollt - womit wir wieder bei meinem Beispiel vom Anfang wären. Wenn Ihr möchtet, dass ich auf Eurer Trauung als Brandstifter einheize, dann fackelt nicht lange, sondern meldet Euch bei mir.

It`s gettin' hot in here! 

Alles Liebe

Kira

 

 

Traurednerin Kira Nothelfer ist Mitglied bei der Vereinigung der besten Trauredner
Traurednerin Kira Nothelfer wird gefeatured vom FROEVERLY Hochzeitsmarktplatz