Die 10 goldenen Deko-Regeln

Von der Verlobung bis zum Ja-Wort beschäftigen sich die meisten Bräute besonders gerne... nee, nicht nur mit ihrem Zukünftigen, sondern mit der Auswahl, Planung und Umsetzung ihrer Hochzeits-Dekoration! Aber zwischen all dem Flitter und Vintage kann man schon mal aus den Augen verlieren, worauf es bei einer gelungenen Deko eigentlich wirklich ankommt.  Damit Euch das nicht passiert, habe ich für Euch die 10 goldenen Deko-Regeln zusammengestellt.

1. Sucht Euch etwas aus, das zu Euch passt

Zwei Freunde von mir, Anne und Daniel, haben die halbe Welt mit Rucksäcken bereist, beschäftigen sich gerne mit ihren Tieren, machen viel Sport und sind am liebsten draußen.  Auf ihrer Hochzeit ereilte mich ein kleiner Schock: Weder habe ich Anne (geschweige denn, Daniel!) im roségoldenen Vintage-Märchen-Interieur wiedererkannt, noch in ihrem ausladenden, strassbedeckten Brautkleid. Aber das Schlimmste war: Sie sich auch nicht. 

Was war passiert? Das „Einmal-Prinzessin“-Motto, welches sich vor Jahrzehnten als vermeintliche Traumhochzeit in ihre Vorstellung eingebrannt hatte, passte einfach nicht mehr zu der Frau, die sie geworden war. Leider hatten weder Anne noch Daniel in ihrem Instagram-Fieberwahn darauf geachtet, womit sie sich wirklich wohlfühlen würden und was sie als Paar auszeichnet. 

 

Klar, auf Pinterest, Insta & Co sehen alle Hochzeiten traumhaft aus. Aber das meiste davon sind gestylte Shootings mit Models, die morgen schon wieder ganz anders „heiraten“. Für Euren besonderen Tag solltet Ihr sicher sein, dass die Dekoration und der Stil, den Ihr wählt, auch wirklich das wiedergibt, was Ihr seid und empfindet. Alles andere wird nur dazu führen, dass Ihr Euch fehl am Platz und sogar verkleidet fühlt.  

2. Erst Deko, dann Planung

 Wie bitte? Meint sie das ernst? 

 

Damit ist natürlich nicht gemeint, dass Ihr die Schleifen bindet, bevor Ihr den Termin habt. Es lohnt sich aber, gleich zu Beginn der Vorbereitungen festzulegen, wo die Reise hingehen soll. Macht Euch ein Konzept für Eure Hochzeit und besprecht, welche Stile und Themen Euch gefallen könnten. Lässige Strohballen? Posh Party? Roraring Twenties? Ganz in Weiß? Diesem gewählten "Motto" ordnet Ihr dann Eure weiteren Entscheidungen wie Wahl der Location, die Gestaltung der Drucksachen und die Planung des gesamten Events bis hin zu den Details unter.

So entsteht ein stimmiger Gesamteindruck und Ihr seid in der Wahl Eurer Komponenten effizienter und stilsicherer. 

3. Farben sind Rudeltiere

Wenn Ihr Euch die Farben für Eure Hochzeit vorstellt, dann denkt dabei lieber an eine Palette, ein Farbspektrum. anstatt nur eine oder zwei Farben zu wählen. Damit es nicht zu bunt wird, sucht Euch 1-2 Hauptfarben aus und fügt Ihnen jeweils ein paar Schattierungen oder ein paar hellere Nuancen der gleichen Farbe hinzu. Dieses Vorgehen gibt Eurem Gesamteindruck später eine Satte Tiefe. (Nichts sieht schlimmer aus, als wenn der gesamte Raum in der gleichen Farbe dekoriert ist). Nun könnt Ihr noch eine weitere Farbe hinzuwählen, die Ihr als Highlights einsetzt. 

 

Solltet Ihr außer einem Farbschema noch ein weiteres Motto oder Thema in Eure Hochzeitsdekoration einbinden wollen, dann denkt daran, dass vielleicht nicht alles in jeder Farbe zu beschaffen ist. Pinke Accessoires für eine 50er Jahre Rockabilly-Party zu besorgen ist deutlich einfacher, als für ein pinkes Mittelaltermotto. Hier müsst Ihr entweder mehr Aufwand (und eigene Kreativität) einsetzen, oder Eure Farbwahl doch noch mal überdenken. 

4. Nutzt Eure Umgebung

Euer Dekorationskonzept wird nur dann funktionieren, wenn Ihr auch die Umgebung miteinbezieht, in der Ihr es installieren wollt. Behaltet bei Euren Bemühungen immer Eure Location im Hinterkopf und versucht nicht, ihr etwas aufzuzwingen, das einfach nicht hineinpasst.  Aus einer rustikalen Bauernstube eine mondäne Gatsby-Hochzeit zu machen, ist zwar nicht unmöglich, aber mit extremem Aufwand verbunden. 

 

Falls Ihr Probleme mit der Inneneinrichtung Eurer Location habt, lest doch mal meine Tipps für ein einfaches Umstyling oder lasst Euch von einem professionellen Dekorateur beraten.

5. Gebt Euren Gästen etwas zu entdecken

Ein Saal mit zwölf runden Tischen zu je acht gleichen Stühlen mit zwölfmal der gleichen Tischdekoration und dazu 96 völlig identischen Gedecken, Servietten, Menükarten und Gastgeschenken… ich kippe  gleich um vor Langeweile. 

 

Durchbrecht diesen öden Einheitslook und seid mutig! Bietet Euren Gästen ein bißchen Abwechslung! Das geht ganz einfach, indem Ihr z.B. verschiedenförmige Tische aufstellt, mehrere Dekorationen oder Gedecke abwechselt, Eure Farbpalette verwendet, um die Schattierungen Eurer Menukarten zu mischen… und, und, und. Es gibt so viele Möglichkeiten, NICHT langweilig zu sein! Gute Ideen sind nicht teurer als dieser Einheitsbrei, aber sie werden den Raum ganz anders und viel interessanter aussehen lassen. 

6. Beleuchtung ist eine Kunstform

Ich kann es nicht oft genug betonen: Wenn Ihr Eure Location besichtigt, lasst Euch auch die verschiedenen Beleuchtungsversionen zeigen! 

Durch clever eingesetztes Licht können verschiedene Stimmungen im Raum erzeugt werden. Gedimmtes Rot zum Beispiel lässt alles romantisch aussehen und alle Hauttöne erstrahlen.  Ein üppiger, warmer Bernsteinton oder sanft flackernder Kerzenschein während des Essens erzeugt Wohlbehagen und Gemütlichkeit. Wenn das Tanzen beginnt, schaltet um auf Discolicht mit schneller Farbfolge für die Partyatmosphäre. Kalte Farben lassen Euch und Eure Gäste auf den Bildern blass und kränklich aussehen. Auf den Raum verteilte Dekorationen könnt Ihr mit Spotlights noch zusätzlich hervorheben. Wenn Ihr unsicher seid, lasst Euch von Eurem Hochzeitsplaner ein Lichtkonzept für die verschiedenen Stationen und Programmpunkte erstellen. 

 

7. Verwendet Requisiten

Blumen sind nach wie vor die erste Wahl, wenn es um Hochzeitsdekorationen geht. Aber nicht immer passen sie optimal zum gewählten Thema oder in das Budget des Paares. Es gibt um Euch herum noch so viele verschiedene Gegenstände, aus denen man wirklich wunderschöne Dekorationen gestalten kann:  Laternen, Kerzen, Leuchter, verschiedene Gefäße, Milchkannen, Äste, Blätter, Obst und Gemüse, Zinn, Steine, Schachteln, Miniaturen, Bilder, Figuren…   Haltet einfach die Augen offen und versucht zuhause mal ein paar Arrangements zur Probe. 

Requisiten haben gegenüber Blumen den Vorteil, dass man sie auch nach der Hochzeit verwenden oder wieder verkaufen kann. Auch Leihportale im Internet bietet vielfältige Dekorationsartikel zur Miete an. 

 

8. Think Big

Ich persönlich hasse bei Dekorationen nichts mehr als Streuteile. Diese winzigen Fitzelchen Glitter-Flitter, die ab 30cm Abstand leider aussehen, als wäre das Tischtuch nicht sauber. Auch verkrümelte Mini-Baumscheibchen, Holzherzelchen oder Plastikjuwelen lassen einen klassisch gedeckten Tisch mit wenigen Handgriffen billig aussehen. Finger weg davon! 

 

Im Gegenteil bin ich ein glühender Fan wirklich überdimensionierter Eyecatcher. Eine einzelne großartige Anordnung am Eingang oder in der Mitte oder den Ecken des Raumes, gut sichtbar positioniert, ist ein spannender Hingucker für alle Gäste und trägt auch noch zur Atmosphäre des Raumes bei.  Das können zum Beispiel große Initialen sein, ein riesiger Bilderrahmen mit beleuchteten Fotoketten, hohe Arrangements aus Bambus oder Birkenstämmen oder auch ein Paravent mit Bildern des Brautpaares. 

9. Bezieht die Details mit ein

Dekorativ wird Eure Hochzeit eine runde Sache, wenn Ihr auch die kleinen Details miteinbezieht. Einige Brautpaare verstehen das leider falsch und meinen, sie müssten das gleiche farbige Satinband einfach um alles herumbinden, was nicht niet- und nagelfest ist. Das kann man machen, sieht dann aber aus wie ein Kindergeburtstag. 

 

Professioneller wird es, wenn sich alle Komponenten zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen, statt einfach nur gleich auszusehen.  Wenn Ihr mit Symbolen dekorieren wollt, dann sucht Euch nicht nur ein einziges Motiv aus, sondern sucht nach Variationen. Ist Euer Thema z.B. „Strandhochzeit“, könnt Ihr verschiedene Symbole verwenden, die alle mit Eurem Motto verbunden sind: Muscheln, Möwen, Sonne, Sand, Krebse, Seesterne…  

Geometrische Muster, als Motive auf Drucksachen, aus Metall als Teelichter oder als Keramikvasen sind momentan mega beliebt. Aber auch die verlieren an Schönheit, wenn Ihr sie zu oft verwendet. Als Sparsame Hingucker verwendet funktionieren sie wunderbar - als große Stückzahlen leider gar nicht mehr.

10. Bleibt entspannt und habt Spaß

Wenn das Dekorieren Eurer Hochzeit zum Alptraum wird und Ihr Euch nur noch gestresst fühlt, weil Ihr die passenden Details nicht finden könnt oder mit den DIY-Projekten nicht vorankommt, dann schaltet einen Ganz zurück! 

Dekorationen, Farbschemen und Accessoires sind nur die Sahne auf dem Kuchen. Sie sind eine wundervolle Ergänzung zu Eurer Planung und geben Eurer Hochzeit eine liebevolle Extraportion Ambiente – mehr aber auch nicht. 

 

Wovon eine Hochzeit wirklich lebt und profitiert, sind die Gäste, die Tagesgestaltung, die Auswahl der Dienstleister, gutes Essen, passende Musik und – am wichtigsten!- ein entspanntes Brautpaar. Viel Spaß beim Heiraten! 

Ihr plant gerade Eure Hochzeit?

Wenn Euch gefällt, wie ich schreibe, solltet Ihr mich erstmal reden hören! 

Egal ob Vintage, Boho, Urban oder Bauernhof - ich mache Eure Trauung bunt! 

Witzig, persönlich und originell traue ich Euch in jeder Umgebung - deutschlandweit! Schreibt mich an und dann lernen wir uns unverbindlich kennen. Ich freue mich auf Euch! 


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Traurednerin Kira Nothelfer ist Mitglied bei der Vereinigung der besten Trauredner
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