10 Alternativen zum Ringtausch

Eure Verbindung muss nicht am Finger stattfinden

"Zu einer Hochzeit gehört auch ein Ehering!"  - diese traditionelle Ansicht wird immer häufiger ignoriert. Gerade Paare, die ihre Individualität mit einer Freien Trauung zum Ausdruck bringen möchten, lassen sich gerne Alternativen zum klassischen Trauringtausch einfallen. Dabei muss es nicht immer nur darum gehen, den Finger nackt zu lassen: Auch falls Ihr Euren Ringwechsel schon auf dem Standesamt vollzogen habt und nun nach einer Abwechslung für Eure Freie Zeremonie sucht, seid Ihr bei meiner Ideensammlung genau richtig!

von Kira Nothelfer

Wir sprachen schon mal darüber: Seit mehr als 3000 Jahren hat sich der Trauring als Symbol für die Ehe schlechthin etabliert.

Was aber passiert, wenn ein Paar nunmal so gar keine Lust darauf hat oder aus anderen Gründen auf einen Ringwechsel verzichten möchte? Welche Möglichkeiten gibt es, die dieses Ritual ersetzen oder auf anderem Wege die Verbindung des Brautpaares symbolisch zu unterstreichen? 

 

Wenn meine Brautpaare mir erzählen, dass sie auf den Ringtausch verzichten möchten, aber trotzdem gerne "etwas anderes" tun würden, um den Moment der Eheschließung auch nach außen sichtbar zu machen, finden wir meistens gemeinsam eine sehr persönliche Alternative, die ihrer Beziehung und den Gründen für ihren Wunsch Rechnung trägt. 

 

Der Weg dorthin ist nicht immer ganz einfach. Zunächst versuche ich, herauszufinden, welche Bedeutung der Ringtausch in den Augen des Paares hat und welche Symbolik sie sich stattdessen wünschen würden. Geht es nur darum, das "Produkt" Ehering zu ersetzen? Hat es eine tiefere Bedeutung für sie, dass sie darauf verzichten möchten? Gibt es etwas anderes,  zu ihnen passendes, das sie sich als Zeichen ihrer Liebe und Treue überreichen möchten? Oder möchten sie gänzlich auf solche "Souvenirs" verzichten und stattdessen lieber eine gemeinsame Handlung vollziehen, ohne dass sie einen Gegenstand mit nach Hause nehmen können?

 

Ihr merkt schon, das wird vielleicht gar nicht so einfach. Egal, ob Ihr zusätzlich zum traditionellen Ringtausch noch ein weiteres Element in Eure Trauung einbauen oder komplett auf Ringe verzichten wollt: Bei allem, was Ihr tut, ist es wichtig, kreativ zu bleiben und sicherzugehen, dass Ihr beide das gewählte Symbol versteht und Euch damit verbunden fühlt - was auch immer es ist! 

Meine nachfolgende Ideensammlung möchte Euch in diesem Prozess unterstützen und Euch ein paar Impulse an die Hand geben, wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt. Viel Spaß beim Lesen! 

1. Halsketten, Armbänder & Co

Wenn man sich gegen Trauringe entscheidet, wäre die nächstliegende Möglichkeit natürlich, auf andere Schmuckstücke zurückzugreifen. Bei vielen meiner Trauungen übergeben z.B. die Brautpaare ihren Kindern gerne Ketten, Anhänger oder Armbänder, die zu den Trauringen der Eltern passen. Also warum sollte, was den Kleinen gefällt, nicht auch für die Großen passen?

 

Manche Menschen mögen Ringe einfach nicht gerne oder sie können aufgrund von Arbeits- oder Gesundheitsbedingungen keinen Schmuck am Finger tragen. Passende Halsketten, Anhänger oder Armbänder sind tolle Alternativen für diejenigen, die trotzdem etwas tragen möchten, das sie mit ihren Liebsten verbindet. Die Art und Form als auch die Materialauswahl liegt natürlich ganz bei Euch. Ihr könnt Euch Schmuck aus Edelmetall schenken aber zum Beispiel auch etwas Schlichteres, Natürliches, wie Leder- oder Holzschmuck. Je nachdem, was gewünscht wird, können auch persönliche, individuell gestaltete Anhänger mit Hochzeitsdatum und/oder Namen des Partners an der Kette oder dem Armband hängen. 

2. Piercings

Fans der Bodymodification kommen recht schnell auf diese Alternative: Ein gemeinschaftlich gestochenes Piercing kann das Paar auf mehrere Arten verbinden: Ihr sucht Euch die gleiche Stelle aus und/oder das gleiche Design und/oder das gleiche Material und/oder lasst es Euch direkt auf der Trauung stechen. Eines meiner Brautpaare hat das tatsächlich mal machen lassen - natürlich nicht von mir, sondern durch ihren befreundeten Lieblings-Profi-Piercer. 

 

In Indien ist es üblich, dass ein Mann einer Frau statt eines Eherings einen Nasenring schenkt. Ob Ihr Euch für einen Nasen-, Augenbrauen-, Lippen- oder sonstigen Ring, Stecker, Tunnel oder was auch immer entscheidet, bleibt Euch überlassen. Piercings sind in so vielen verschiedenen Größen und Stilen von klein und bescheiden bis groß und krass erhältlich, dass Ihr bestimmt etwas findet, das Euch beiden gefällt.  

3. Tattoos

Das geht mir unter die Haut

Wie ein warmer Sommerwind

Ich habe es erst nicht geglaubt

Dass ich hier nicht alleine bin

Das geht mir unter die Haut

Dass wir verbunden sind

Es zieht mich immer weiter gerade aus

Bis ich zu Hause bin

(Tim Bendzko)

 

Ebenfalls nahezu endlos ist die Anzahl der Möglichkeiten, wenn Ihr Euch statt eines Eherings mit Eurem Partner tätowieren lasst. Ein Partnertattoo ist eine der beliebtesten Alternativen zu Trauringen. Dabei müsst Ihr als Zeichen Eurer Verbindung nicht unbedingt die Stelle am Ringfinger wählen, wo ansonsten Euer Ehering gewesen wäre. 

Der Name des Partners, das Hochzeitsdatum, ein Satz aus dem Eheversprechen oder das Symbol Eurer Liebe sind nur einige Ideen. Besonders reizvoll finde ich persönlich, wenn sich Paare nicht für das genau gleiche Motiv entscheiden, sondern zwei verschiedene auswählen, die sich ergänzen. Genau so, wie sich auch die Eheleute ergänzen: jeder für sich ein Individuum,  gemeinsam ein Paar, das perfekt zusammenpasst. 

4. Hochzeits-Lei's

Aus der Hawaiianischen Hochzeitstradition stammt der Brauch, liebevoll zusammengestellte Blütenketten, die sogenannten "Leis" zu verschenken. Keine Hochzeit auf Hawaii wäre ohne Leis vollständig. 

In der Hawaiianischen Kultur bedeutet die Überreichung eines Leis Glück und Segen - früher z.B. für einen auf das Meer hinausfahrenden Fischer, heute vor allem für Besucher oder bei festlichen Anlässen. Der Lei kann als Symbol für den "Geist des Aloha" gesehen werden, er ist die universelle Kraft der Liebe, Freude, Hoffnung aber auch des Lebewohl und glücklichen Wiedertreffens. 

Das Brautpaar kann Leis als Symbole ihrer Liebe und des gegenseitigen Respekts austauschen. Vor der Zeremonie hält der Trauredner die Leis und segnet sie oder gibt ihnen positive Energie mit. :) Häufig werden auch die Hände des Paares mit einem Lei in einer symbolischen Bindung ihrer beiden Leben zusammengehalten. 

Als Alternative können bei Lei-Zeremonien auch Leis an die Familienmitglieder des Brautpaares verschenkt werden, um die Verbindung der beiden Familien zu symbolisieren. 

5. Knotenzeremonie

Wahrscheinlich habt Ihr schon mal gehört, dass der Akt des Heiratens im englischsprachigen Raum auch als "to tie the knot", also "den Knoten binden" bezeichnet wird. Die deutsche Entsprechung dazu wäre "den Bund knüpfen", eine "eheliche Verbindung eingehen" oder, wenn man im Narrativ der Seile bleiben möchte, "im Hafen der Ehe ankern". 

 

Aus diesen Sprachbildern entstand bestimmt die Inspiration für unsere nächste Alternative, bei der während der Zeremonie zwei Seile zusammengebunden werden. Der Fischerknoten ist die beliebteste Wahl, um das Brautpaar bildlich zu vereinen, da er als der stärkste und zuverlässigste Knotentyp bekannt ist. Der Akt des Knotens symbolisiert die Verbindung Eurer beider Leben. 

Die Arten der Seile, die Ihr dafür verwendet, können vielfältig und individuell gestaltet werden und lassen sich hervorragend an Dekorationen und Motto Eurer Hochzeit anpassen. Den Knoten könnt Ihr außerdem als schönes Requisit bei Eurem Brautpaarshooting verwenden und als Andenken an Eure Freie Trauung aufbewahren.  

6. Handfasting

Das Handfasting ist eine Tradition, die ihre Wurzeln in der alten keltischen Kultur hat. Man glaubt, dass das Handfasting einst als Beginn einer Art Verlobungszeit diente. Die Tradition besagt, dass Braut und Bräutigam während einer Zeremonie sanft ihre Hände zusammenbanden und sich damit für die Dauer von genau einem Jahr und einem Tag als Paar miteinander zu verbinden. Nach Ablauf dieser Zeit entschieden sie sich entweder, zu heiraten, oder sie gingen getrennte Wege, ohne dass ihre "Probezeit" rechtliche oder spirituelle Konsequenzen nach sich zog. 

Heutzutage sehen die Paare das Ritual des Handfastings als eine zusätzliche Möglichkeit, innerhalb ihrer Zeremonie ihre Zugehörigkeit zueinander nach außen zu bekräftigen.  

 

Die Liebenden reichen dabei einander ihre Hände, um die vorsichtig Seile oder Bänder gewunden und zu einem Knoten verschlungen werden. Auch hierfür gibt es inzwischen reichlich verschiedene Verfahren und Ideen, wie man diesen Moment möglichst individuell gestalten kann. 

 

7. Gravierte Uhren oder Karten

Uhren sind ja schon fast wieder ein Klassiker unter den Hochzeitsdevotionalien und sehr symbolhaft noch dazu, denn Zeit ist es ja, die Ihr miteinander verbringen möchtet. Jedes Mal, wenn Eure bessere Hälfte nach der Uhrzeit sieht, wird sie an Eure Trauung erinnert und daran, dass jede gemeinsame Minute kostbar ist. Falls Euer Schnuckimäuschen zur Vergesslichkeit neigt, könnt Ihr genau das hinten eingravieren. Oder eben Euren Namen mit dem Hochzeitsdatum! 

 

Wieder mal ein amerikanischer Trend ist die gravierte Karte für die Brieftasche. (Schaut zum Beispiel mal bei Etsy). Diese Karten haben ungefähr die Größe einer Kreditkarte und sind in der Regel aus Metall gefertigt. Fast alle diese Karten sind lasergraviert, um saubere und gut lesbare Texte und gestochen scharfe Fotografien abbilden zu können. Bei vielen Anbietern kann man auf der einen Seite eine kleine Botschaft eintragen, während auf der anderen Seite ein Bild von Euch beiden eingraviert wird - manchmal sogar in Farbe! 

Also wann auch immer Ihr Eure Brieftasche öffnet, könnt Ihr das Foto sehen und Euch an der Liebesnachricht erfreuen! 

 

8. Roter-Faden-Zeremonie

Eine Zeremonie, die dem ostasiatischen Glauben entspringt, ist das Binden des "Schicksalsfadens". Nach einer chinesischen Legende binden die Götter bei der Geburt einen unsichtbaren roten Faden um den Knöchel eines Menschen und um den Knöchel desjenigen, denen er im Laufe unseres Lebens begegnen soll. Wenn die Jahre vergehen und die Personen älter werden, wird der Faden kürzer und fester und bringt diesen Menschen immer näher heran.

Wird das "andere Ende des Schicksalsfadens" endlich wiedergefunden und beide möchten den Rest ihres Lebens als Ehepartner miteinander verbringen, wird in ihrer Hochzeitszeremonie dieser rote Faden symbolisch neu geknüpft. Diesmal allerdings nicht um die Knöchel, sondern um die (meistens kleinen) Finger. 

Dieser Schicksalsfaden soll eine physische Manifestation der Beziehung sein: Ein Band, das gedehnt und verwickelt, aber nie gebrochen werden kann. Es ist eine schöne Ergänzung zum Ringtausch, kann aber auch symbolisch an dessen Stelle rücken. 

9. Edelsteine oder Kristalle

Eine (bislang) weniger verbreitete Alternative im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten ist der Tausch besonderer Steine. 

Diese Symbolhandlung eignet sich besonders für diejenigen, die Kristalle oder Edelsteine und ihre spirituellen Eigenschaften schätzen. Wer sich in der Thematik auskennt, kann zum Beispiel Steine verschenken, die die besonderen Merkmale des Partners repräsentieren, den Sternzeichen des Paares zugeordnet sind oder Schutzfunktionen erfüllen sollen. 

Ich gebe zu, dass mein Stil als Traurednerin eher weltlicher Natur ist und ich in esoterischen Trauhandlungen wirklich nicht beheimatet bin. Dennoch gefällt mir die Idee sehr gut, da sie die Liebe, Fürsorge und Wertschätzung  auszudrücken vermag, die die Partner füreinander empfinden.

Als kleine Anregung (auch in Schmuckfragen für die Hochzeit ;) habe ich Euch hier eine Übersicht der Edelsteine und ihrer kolportieren Bedeutungen zusammengestellt.  

10. Fotoalben

Ein Bild kann mehr aus tausend Worte sagen, aber mehrere Bilder können die Geschichte einer außergewöhnlichen Beziehung erzählen! 

 

Fotoalben und liebevoll zusammengestellte Scrapbook-Seiten sind die perfekten Geschenke zwischen zwei Liebenden, die ihre ganz persönliche Geschichte und deren schillernste Momente immer wieder genießen wollen! 

Stellt doch ein paar Eurer besten Fotos aus den Jahren (oder Monaten) Eurer Beziehung zusammen. Dazu können zum Beispiel Schnappschüsse gehören, die Ihr ganz beiläufig auf Instagram hochgeladen habt - oder diejenigen, die Ihr ganz bewusst nicht veröffentlichen wolltet! x) - aber auch professionelle Fotoshootings, wie z.B. Euer Verlobungsshooting oder Weihnachtsbilder. 

Zusammen mit kleinen Texten, Liedzeilen, Erinnerungen, süßen Zitaten oder lustigen Überschriften wird daraus ein Liebesalbum der ganz besonderen Art. 

Die sehr Kreativen unter Euch können auch noch kleine Erinnerungsstücke, die "Scraps" Eurer Beziehung einfügen: Vielleicht besitzt Ihr noch Eintrittskarten, Flugtickets, Restaurantrechnungen, Programmhefte oder vieles vieles mehr, das Ihr als kleine Talismane zwischen Eure Bilder kleben könnt? 

Man kann sie vielleicht nicht am Finger tragen, aber als Symbol Eurer Liebe und Eurer erfüllten Beziehung taugen Fotoalben auf jeden Fall!  

 

 

Und was macht Ihr?

Bei Eurer Freien Trauung mit mir als Traurednerin sind Euren Wünschen keine Grenzen gesetzt. Ob Ringe, Handschellen, Bodypainting oder ganz einfach ein langer Kuss: Zur Besiegelung Eurer Liebe ist erlaubt, was gefällt. Mit genialen, witzigen und ausgefallenen Ideen mache ich Eure Hochzeitsträume zum perfekten Erlebnis!   


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